Der Huchen (lat. Hucho hucho)

 

Der Huchen, auch Donaulachs genannt, besiedelt die Äschen- und Barbenregion der kühlen und sauerstoffreichen Flüsse und zählt zu den Salmoniden. Im Unterschied zu vielen anderen Lachsfischen lebt er ständig im Süßwasser. In Deutschland kommt er nur in Bayern vor und wird zurecht als „König der Alpenflüsse“ bezeichnet. Im Durchschnitt wird der Huchen je nach Lebensraum zwischen 70 und 120 cm lang, bei einer Maximallänge von 150 cm und einem Gewicht von über 30 kg, das Maximalalter liegt zwischen 13 und 16 Jahren, selten darüber. Als ausgesprochener Räuber ernährt sich der Huchen v.a. von Fischen.

 

In Deutschland wurde der Huchen 2015 zum Fisch des Jahres ernannt.

 

Mit der Ernennung wird auf die prekäre Situation für den Huchen aufmerksam gemacht, die Weltnaturschutzunion IUCN stellt den Huchen in die Rote Liste gefährdeter Arten und bewertet ihn als stark gefährdet. Ursache hierfür sind Uferverbauung- und begradigung, Wasserverschmutzung, vor allem aber die Wehranlagen zur Stromgewinnung, welche das natürliche Kiesgeschiebe aus dem Gebirge verhindern und die Wege zu den Laichplätzen versperren. Am heimischen Lech, der wie kein anderer bayerischer Fluss mit über 20 Wehranlagen zerschnitten ist, wäre der Huchen ohne engagierte Züchter und teuren Besatz durch die Fischereiberechtigten schon viele Jahrzehnte gänzlich verschwunden! Die Zucht und Aufzucht ist überaus aufwendig, insbesondere seit den 1990er Jahren: Der massive Einfall des in Bayern ursprünglich nicht heimischen Kormorans (Mitte der 1980er Jahre erstmals spürbar aufgetaucht), machte es leider notwendig, den Besatzhuchen in größeren Stückgewichten zu besetzen.

 

In Kinsau versucht Ralf Wetzel seit rund 30 Jahren mit enormem Aufwand (Start 1993, erster Besatz in zwei Lechstufen dann 1995), den Junghuchen für ein erfolgreiches Auswildern optimal vorzubereiten. Nach einer mehrjährigen Pause entschied er sich 2004, wieder mit der Huchenaufzucht zu beginnen. Das Besondere: die Huchen werden nicht gefüttert, sondern die Huchen mit einem Gewicht von anfangs etwa 1.0 – 2.0 kg leben inmitten zahlreicher kleiner Forellen, die ihm als Raubfisch ganz natürlich zur Verfügung stehen. Der Kinsauer Huchen frisst somit nicht, wenn er von Menschenhand gefüttert wird, sondern wenn er Hunger hat – wie in der Natur auch. Mit dieser Art der Aufzucht lernt der Junghuchen den Beutefang, was durch Fütterung mit Pellets nicht erreicht werden kann. Nebenbei wächst der Junghuchen in dem reinen kalten Quellwasser so gehalten hervorragend ab, was sich häufig am positiven Längen-/Gewichtsverhältnis zeigt.

 

Nach einer Erweiterung der Anlage im Jahr 2014 freuen sich seit mehreren Jahren auch anspruchsvolle Küchenchefs über den Kinsauer Huchen, der natürlich nicht jederzeit und auch nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Der Huchen ähnelt als einziger Süßwasserfisch dem Thunfisch, ist jedoch etwas milder.

 

 

Priorität der Huchenaufzucht Kinsauer Mühle ist und bleibt die Arterhaltung des Huchens!

 

 

Mittlerweile wurde der Kinsauer Huchen nicht nur in zahlreichen Lechstufen besetzt, sondern auch in Ammer, Wertach, Isar, Iller, Ilz, Loisach, Inn und Amper.

 

Kinsau, im Dezember 2023